4k: Pixel im Sonderangebot

Das ist schon verrückt: Kaum hat man mit UHD (4k-Auflösung) einen Hoffnungsträger, da wird er schon verrissen. Nicht von der Kritik (siehe https://loehneysen.wordpress.com/2013/11/27/46/), sondern von den lieben Herrschaften der anderen Marken. Vorbei die Zeiten, also solche Schirme sündhaft teuer waren, jetzt sind sie sündhaft billig. 550 Euro werden für 39 Zoll verlangt, auch 50 Zoll für 1.400 Euro sind machbar. Das große Geld verdient man so jedenfalls nicht.

Es stellt sich die Frage, warum ein UHD-Schirm eigentlich mehr kostet als einer mit geringerer Auflösung. Dass manchen Kunden offensichtlich bereit sind, für 4k mehr zu zahlen als für einen Schirm mit weniger Pixeln, ist kein Argument; und dass mehr Pixel ihn automatisch besser machen auch nicht, da müsste man erstmal nahe genug sitzen und die hochauflösenden Quellen haben. Ansonsten ist jeder Hersteller frei, den Preis selbst zu kalkulieren.

Da fällt zuerst auf, dass sich hier viele nicht etablierte Marken tummeln, etwa Hisense, Haier oder Blaupunkt, auch Philips und Toshiba sind dabei. Gemeinsam ist ihnen, dass sie allesamt keine LCD-TV-Panels herstellen. Dafür haben sie Zulieferer, etwa AUO, Innolux (früher CMI, noch früher CMO), Samsung Display, LG, auch chinesische Firmen.

Sony gehört ebenfalls dazu. Genau wie die Kollegen von Philips hat man mittlerweile das teure Engagement in der LCD-Fertigung beendet und kauft lieber passend zu.

Was aber ist der Aufpreis für ein UHD-Panel? Richtig ist, dass man die vierfache Anzahl an Bildpunkten erwirbt, aber es wäre ein Irrtum, dafür die Vierfache des Preises anzunehmen. Denn die Schirme werden in einem Durchgang gefertigt, unabhängig von der Anzahl der Schaltungen. Nur dass bei einem UHD-Schirm die Elemente gerade mal ein Viertel der Größe eines Full-HD-Displays haben – und hier gilt das Satz von Bruce Berkoff, damals LG.Philips-LCD, dass ein hochauflösender LCD „praktisch ohne Mehrkosten zu fertigen“ sei. Bei Plasma wäre es „ein Bruchteil davon“, so sein Scherz im nächsten Satz. Für OLED-Technik gilt das Gleiche wie für LCD.

In der Tat ist es ja fast egal, ob 1.080 oder 2.160 Transistoren pro Reihe erzeugt werden – der Materialverbrauch und die notwendige Zeit bleiben nahezu gleich. Auch die vertikalen Streifen sind allenfalls etwas schmäler als bisher, wobei sich das auch in engen Grenzen hält: Ein 55-Zöller in 4k hat in etwa die Pixelgröße eines Full-HD-Schirms mit 27 Zoll.

Erleichternd, was den Preis angeht, fällt der Teilungsvorgang der Glasscheiben weg, es ist auch nur ein Kontrollvorgang nötig – auch wenn die Pixel etwas zahlreicher sind und deswegen eher zum Versagen tendieren. Dafür wird dann daraus nur ein Endgerät, mit nur einem Gehäuse, einer Hintergrundbeleuchtung, einem Anschussfeld und einer Elektronik, die aber bei UHD leistungsfähiger sein muss als bei Full-HD. Die entsprechenden Bauteile sind im Angebot einiger Zulieferer, wenn auch aufgrund der geringeren Stückzahlen etwas teurer als bei Full-HD.

Jedenfalls ist kein Wunder im Spiel, wenn ein UHD-Fernseher nur wenig mehr kostet als ein normaler. Vielmehr ist es so, dass sich die Geräte dem Niveau einer Marke anpassen. Nur Gründe für einen Ausreißer nach oben gibt es nicht – egal, ob das Panel selbst gebaut wird (Samsung, LG, Panasonic) oder nicht.

Aber natürlich will sich kein Hersteller einen Flop erlauben, sind die UHD-Schirme doch in der Modellpalette ziemlich weit oben angesiedelt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch wirklich gut sind. Viele Pixel alleine machen noch keine perfekten Farben, helfen nicht beim Kontrast oder bei der Bewegungsdarstellung. Also kann ein UHD-Modell auch ziemlich schlecht sein. Nur teuer muss es nicht sein.

(6. 12. 2013)

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