Hey du, stups mal wieder

Es ist ein „schwaches Verb“ aus der Umgangssprache, sagt der Online-Duden, die Häufigkeit liege leicht über Null, und es bedeutet ungefähr das Gleiche wie „schubsen“. Jedenfalls muss man sich erst einmal bei Facebook anmelden, um mit dem Verb stupsen vertraut zu werden. Es gehörte bisher nicht zu meinem aktiven Wortschatz, aber jeder Facebook-User kennt die Variante „anstupsen“.

Das ist die Methode, einem „Freund“ auf sich aufmerksam zu machen, auch wenn es wie etwas Unanständiges klingt (was Facebook natürlich automatisch entfernen würde). Also sollte man eine Geschäftspartnerin besser nicht „anstupsen“, auch beim Chef oder einem seriösen Gesprächspartner wäre ich zurückhaltend. Man stupst jemand an, dem man auch einen Knuff in die Seite gibt, jemand den man mit „du“ anspricht.

Ohnehin täte Facebook eine kleine Überarbeitung gut. Wer einmal dabei ist, dessen „Beziehungsstatus“ bleibt für immer auf „ledig“, egal ob er das mitteilen möchte. Wer ihn dagegen auf „verheiratet“ ändert, kann sich an diesem Tag vor lauter Glückwünschen kaum retten. Auch die Schule lässt sich nachträglich kaum ändern, es wird statt dessen ein Name eingetragen, von dem man noch nie gehört hat. Ärgerlicherweise ist das Bildungswesen ganz auf die US-Struktur zugeschnitten, Grundschule zum Beispiel kommt hier nicht vor. Ein Gymnasium gibt es genauso wenig wie das Abitur.

Es wäre halt gut, wenn sich ein Deutscher oder eine Deutsche mal an die Texte setzen würde. Mit oder ohne Stupsnase.

(13. 12. 2013)

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