Satz-Zeichen, die dritte: Anführung, Unterführung

Hier ist noch so ein Satzzeichen, mit dem manche Autoren so ihre liebe Not und Mühe haben: Das Anführungszeichen, auf das meistens auch ein Schlusszeichen folgt. Gemeinhin gilt es als Ausweis guter journalistischer Arbeit, denn Artikel sollen möglichst viele wörtliche Zitate dritter Personen enthalten. Das zeigt immerhin, dass man zumindest mit ihnen gesprochen oder sie zumindest gehört hat.

Außer bei Zitaten verwenden manche Schreiber das Anführungs- und Schlusszeichen auch gern als Hilfmittel, einen bestimmten Sachverhalt hervorzuheben oder eine Redeweise zu betonen. Das findet man unter anderem beim Metzger, ohne nun Namen nennen zu wollen. Denn wenn hier auf der Tafel oder am Schaufenster steht: Heute: “Kalbfleisch”, dann in der Regel deswegen, weil es sich um so genanntes Kalbfleisch handelt, auch wenn man es so nennt.

Gleiches gilt, wenn hier zum Beispiel  so genannte Bratwürste angepriesen werden. Auch sie gibt es in echt, obwohl der Metzgermeister sie so nennt. Es ändert aber nichts an der Aussage, wenn man auf die Anführungszeichen verzichtet.

Rätselhaft wird ihr Gebrauch, wenn man anlässlich einer Veranstaltung von einem Trupp liest, der “unter’m Bierhimmel” landet (alle Zitate Wochenendbeilage der PNP oder www.pnp.de). Vielleicht war das entsprechende Zelt mir oder ohne Apostroph so beschriftet, vielleicht hat es den Autor auch an die Sendung “Unter unserem Himmel” im Bayerischen Fernsehen erinnert, wo die Satzzeichen berechtigt sind, weil es sich dabei um einen Namen handelt – der aber anders als “Helmut” in Anführungszeichen gesetzt werden darf, weil man ihn vom Text “Untern unserem Himmel regnet es” unterscheiden will.

Jedenfalls erinnert es mich an den Kollegen, der zu sagen pflegte: “Und führet uns nicht in Versuchung, sondern suchet uns in der Unterführung.”

Schlusszeichen. Über Auslassungzeichen wird noch zu reden sein, unter Auslassung des Ausdrucks vom so genannten Deppen-Apostroph.

(13.4.2013)

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