Archiv der Kategorie: Elektronik

Gebogener Schirm: krumme Sache

Es ist der letzte Schrei, aber wahrscheinlich nicht unbedingt das ganz große Wunsch der Konsumenten, zumindest hat man in den letzten Jahren sehr wenig Klagen über flache TV-Geräte gehört: krumme oder gebogene Fernseher, die man neuerdings sogar selbst biegen kann. Für dem Zuschauer ist das ganz nett und so begründen die Hersteller diese Eigenschaft auch mit dem Vorteil einer freien Sicht auf das Bild, egal an welchem Sitzplatz.

Was für einen Grund kann es geben, einen Fernseher gebogen zu gestalten? Samsung und LG sagen, dass damit ein intensiveres TV-Erlebnis möglich würde, weil sich der Zuschauer stärker einbezogen fühlen würde. Man kennt das so ähnlich von Kuppelkinos oder anderen gebogenen Riesenleinwänden. Auf der CES jedenfalls hatten beide koreanische Firmen 55 Zoll große OLED-Schirme mitgebracht, die sich zum Betrachter hin biegen (siehe auch http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/ces-fernseher-die-tv-industrie-macht-krumme-dinger-a-942359.html).

Mindestens genauso wichtig wie die Zuschauer sind Samsung und LG allerdings die Zurschaustellung ihrer Technologien. Denn solche Krümmungen sind vor allem mit OLED möglich, LCDs und erst recht Plasma lassen sich so kaum bauen. Neuerdings kann der Benutzer den Schirm auch selbst biegen.

Allerdings darf man den Sinn der Anstregung bezweifeln. Die Krümmung bringt eine leichte Verbesserung für eine Person genau in der Mitte vor dem Schirm – wer etwas seitlich sitzt (siehe Bild oben), sieht dagegen Verzerrungen, weil die geometrischen Abstände nicht mehr stimmen.

(9. 1. 2013, zuerst erschienen in audiovision)

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OLED: der ist immer scharf

Heute war eine Mitteilung im elektronischen Postfach, die hielt das Große Lob auf die OLED-Technologie: „ . . . sorgt für ein atemberaubendes Fernseherlebnis. Sie bewirkt, dass keine erkennbare Unschärfe auf dem Bildschirm zu sehen ist, so dass die Bilder selbst bei schnellen Action-Bildern gestochen scharf bleiben.“ Ob dadurch eine Naturdoku „atemberaubender“ aussieht als auf anderen Displays, muss eher offen bleiben. Wahrscheinlich so „unvergleichbar“ wie das Nuckeln von Krombacher aus der Flasche. Werbesprache halt.

Nachvollziehbar ist aber, dass OLED in der Darstellung allen anderen Verfahren überlegen ist. Es reagiert schneller als LCDs, die deswegen eine Bewegungsunschärfe aufweisen, wenn sie nicht mit 200 Hertz oder mehr getaktet werden. So, wie eine Kamera mit einer 100stel-Sekunde ein unscharfes Bild produziert, wird die Bewegung auch bei dieser Wiederholrate unscharf wirken. Richtig ist, dass OLED einen besseren Kontrast realisiert als jedes andere Verfahren. Stellt man auf dem Schirm eine Seite 100 Prozent Schwarz und die andere maximales Weiß dar, werden beide Segmente optimal realisiert. Denn es scheint nichts von hinten durch, wie das bei LCD passieren kann, das Umgebungslicht wird – anders als bei Plasma – stark geschluckt, so dass der Kontrast auch in hellen Räumen besser wirkt als auf anderen Bildschirmen. Damit ist die Kante zwischen Schwarz und Weiß sehr scharf.

Dass man darauf keine “erkennbare Unschärfe” mehr sehen kann, ist freilich blanker Unsinn. Wenn der Kameramann nicht oder falsch focussiert hat, ist die Darstellung auf einem OLED so unscharf wie auf jedem anderen Display. Sicher, OLED hat auch Nachteile, etwa die Veränderung der Farben im Laufe der Jahre, auch die schräge Betrachtung ist offenbar nicht perfekt. Aber mit keinem anderen Verfahren lassen sich biegsame, durchsichtige und extrem dünne Schirme bauen.

(7. 1. 2013)

Smartwatch: jede Menge Uhrlaub

„Können Sie mir mal zeigen“, wird demnächst die Frage lauten, „wie es bei Bayern gegen Dortmund steht?“ Das wird man so selbstverständlich fragen wie heute nach der Uhrzeit. Denn die Stelle der Armbanduhr wird, wenn man Branchenexperten Glauben schenken mag, demnächst das TV-Gerät besetzen. Aus dem Smart-TV wird, so die Vorhersage, die Smart-Watch, die ihrerseits wiederum das Smartphone ablöst. Hauptsache smart.

Ob man demnächst also mit seinem Handgelenk spricht oder seinen Facebook-Status updated, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls soll das Smartphone ebenfalls dem Aus entgegensehen, denn seine Funktion übernimmt ebenfalls in die Uhr.

Technisch ist das möglich, keine Frage. Viel mehr als ein Prozessor wird dafür nicht benötigt, ein Funkbaustein, ein Speicher und natürlich eine Stromversorgung. Dazu kommt die Bedienung, die man par Mini-Tasten oder Touchscreen machen kann, doch damit fangen die Probleme gerade erst an. Kann ein Bildschirm von gerade mal zwei Zentimetern überhaupt so hochauflösend sein, dass man die Schrift gut liest? Was ist mit eventuellen Sendungen in Ultra-HD (siehe auch 4k: Pixel im Sonderangebot)? Das Problem ist nicht neu, denn auch schon das Smartphone hat eine eher klein geratene Darstellung. Wird man also eine Lupe mitliefern oder gegebenenfalls das Bild irgendwohin projizieren, wo es gut lesbar ist? Oder den Schirm ausrollen, so dass er sich auf ein Mehrfaches seiner Größe erstreckt?

Die Bedienung könnte man ja vielleicht noch hinkriegen, indem man einen möglichst spitzen Stift beilegt, der die kleinen Tasten erwischt, oder durch Sprachsteuerung. Doch ein Display von einem Meter oder gar 100, 110 Zoll passt nun wirklich nicht an den Arm, auch wenn es quasi nichts wiegt. Der Trend geht zu immer größeren Bildschirmen, am besten in den Abmessungen einer Kinoleinwand oder einer kompletten Wohnzimmerwand.

Ein Fernseher am Arm mag in einem James-Bond-Film ein netter Gag sein, in der Praxis ist er es nicht.

(6. 1. 2014)

Schneider und die Chinesen: nichts zu holen

„ . . . vier Jahre später erstanden Chinesen den ehemaligen Fernseherhersteller Schneider, zogen das Know-how ab und verlagerten die Produktion.“ Bevor man so etwas (Süddeutsche Zeitung von heute, Wirtschaftsteil) schreibt, möchte man den Kollegen einmal einen Realitäts-Check empfehlen: Einfach mal in ein TV-Geschäft gehen und sehen, wie viele in China hergestellte Geräte mit dem Namen Schneider dort verkauft werden – genau genommen genau null. Danach wird es schon schwieriger, einen solchen Satz zu schreiben und das eigene Vorurteil aufrechtzuhalten, den Chinesen ginge es vor allem um den „Zugang zu unseren Märkten“ (als ob wir im Besitz eines Marktes wären).
Wenn das wirklich Ziel der Schneider-Übernahme durch TCL  aus China gewesen wäre, hätte man auch eine andere Firma kaufen können. Sich den Klotz einer TV-Herstellung in Türkheim ans Bein zu binden, wäre schon damals nicht sinnvoll gewesen, denn Schneider hatte keine nenneswerten Marktanteile. Und die Computer kamen von einem Lieferanten und wurden zusammen mit Amstrad (England) entworfen. Möglicherweise stammten sie sogar aus dem weiten Reich von TCL, der allerdings den Vertrieb noch vor den TV-Geräten einstellte. Viel Know-how zu übernehmen gab es jedenfalls nicht.
Anders bei den Fernsehern, deren Herstellung und Konstruktion wirklich „Made in Germany“ waren. Schneider gehörte hier eher ins untere Marktsegment, war jedenfalls nicht „premium“, wie man heute sagen würde. Know-how in der Herstellung war aber ebenfalls nicht vorhanden, denn man baute weder die Bildröhren noch die Elektronik-Komponenten selbst. Die kamen überwiegend von Thomson, ITT, später Micronas und Philips, wo man bei Abnahme einer ausreichend großen Stückzahl ein Referenz-Design umsonst geliefert bekam. Das hatte TCL natürlich nicht nötig, denn die Firma war damals schon ein in China führender Anbieter mit eigener, gut ausgelasteter Fertigung.
Große Wellen machte dagegen damals die Entwicklung eines „Laser-TV“, der aber in Wahrheit gar kein TV war, aber dennoch den Börsenkurs in die Höhe wachsen ließ. Es handelte sich dabei eher um einen Projektor mit Laser als Lichtquellen, dessen Entwicklung die DDR-Firma Jenoptik vorangetrieben hatte. Zuständig dafür war eine kleine Abteilung in Gera, wo es zeitweilig einen funktionsfähigen Rückprojektor (also eine Art Fernseher) gab. Daran jedoch hatte TCL kein Interesse, die Technik wurde ausgelagert und später an Jenoptik beziehungsweise Rheinmetall abgegeben. Das sagenumwobene Know-how bestend allerdings gerade mal in einem Patent zur Farbraumkonversion, die den Laser TV-tauglich macht, indem die Farbumfänge reduziert und heruntergerechnet werden.
Im der Rüstungsindustrie war das Interesse auf Flugsimulatoren beschränkt, mit denen man auch in einer bewegten Kapsel ein realistisches Bild projizieren kann. Dafür waren bis dahin schwergewichtige Dreiröhren-Beamer eingesetzt worden. Mit Laser-Technologie genügt dafür ein leichtes Glasfaserkabel, das die Lichtimpulse zum Projektionskopf überträgt. Wichtigstes Bauteil aber war der Laser in den drei Grundfarben, den Osram in Regensburg entwickeln sollte. Von Know-how „zum Abziehen“ also auch hier keine Spur.
Ähnliches galt für das größte Problem, den so genannten Speckle. Um dieses Glitzern, also die Interferenz des Laserstrahls mit sich selbst, zu unterdrücken, hatte Schneider angeblich sogar eine Lösung, obwohl der Effekt schon Sony zum Aufgeben dieser Entwicklung veranlasst hatte. Wirklich bewältigt ist das Problem aber bis heute nicht.
Lichtquellen und Scanner in ausreichender Geschwindigkeit gibt es inzwischen, allerdings noch nicht in Konsumer-freundlichen Preisklassen. Die Chinesen von TCL hatten daran aber kein Interesse, denn sie waren dran, im Joint Venture mit Thomson größter TV-Hersteller der Welt zu werden – sogar ohne eigene Röhrenfertigung. Das Engagement bei Schneider war danach eher hinderlich und wurde eingestellt.
So viel zum Thema Schneider und die Chinesen. Manchmal ist es doch hilfreich, erst einmal zu recherchieren, bevor man schreibt.
(27. 12. 2013)

BSI: von vorne oder von hinten

Noch ein Übersetzungsproblem, das zum sorgfältigen Umgang mit der deutschen Sprache ermahnt, wenn es schon deutsch sein soll. Viele Kollegen und auch Hersteller verwenden oft den Begriff „hintergrundbeleuchteter Bildsensor“. Das ist ein, um es milde auszudrücken, irreführender Ausdruck – es wäre noch nicht einmal unsinnig, ihn unsinnig zu nennen.

Denn diese mehr oder wörtliche Übertragung des englischen „Backside Illuminated Sensor“, meistens als BSI abgekürzt (gelegentlich auch BIS), enthält zwei Geburtsfehler, die aus der Zeit stammen, als Sensor-Hersteller Omnivision dieses Verfahren im Jahr 2008 erstmals vorstellte. Die deutsche Version macht es dabei noch schlimmer. Denn natürlich ist der Sensor nicht „beleuchtet“, etwa wie ein LCD-Fernseher, der hinter der Flüssigkristallschicht ein Backlight aus Leuchtstoffröhren oder LEDs braucht.

Ein Kamerasensor dagegen fängt bekanntlich das Umgebungslicht ein, genau wie es früher der chemische Film getan hat. Eine Beleuchtung gibt es da nicht. Es wurde aus guten Gründen auch nicht davon gesprochen, das Zelluloid in einem Fotoapparat oder in einer Filmkamera sei „beleuchtet“. Der richtige Ausdruck ist vielmehr „belichtet“.

So reden immerhin die deutsche Wikipedia, Apple und auch Sony von Hintergrund-Belichtung.

Der zweite Fehler ist freilich der andere Bestandteil: Denn das Licht fällt natürlich nicht von hinten auf den Sensor. Vorne ist bei einer Kamera immer noch die Optik, und die vordere Seite des Sensors ist auch bei BSI-Technik die lichtempfindliche. Nur aus Sicht eines Chip-Herstellers mag man von Rückseite sprechen, weil die Fotodioden auf der anderen Seite der Schaltung angebracht sind. Normalerweise sind vorne die Leiterbahnen. Das Licht muss also nicht durch die elektronischen Elemente hindurch, die lichtempfindlichen Bereiche sind größer, der Sensor fängt mehr Licht ein und rauscht weniger.

Korrekt müsste man also von einem Sensor mit Hintergrund-Schaltung sprechen. Aber wer will sich schon gegen den Sprachgebrauch einer ganzen Branche stellen?

(11. 12. 2013, auszugsweise zuerst in Foto Video digital erschienen)

3D: Es kommt auf den Winkel an

Die Frage kam off-topic, war aber nicht ganz zufällig: Ob die Technik irgendwann dreidimensionale Personen abbilden könne. Das fragte Jack Buser, damals Chief Evangelist bei den Sound-Spezialisten von Dolby. Er meinte nicht Fernsehen in 3D, das gibt es heute schon und war damals absehbar. Schließlich hatte es bereits in den 50-er Jahren stereoskopische Filme gegeben, bei denen zwei Kameras unterschiedliche Bilder für rechts und links aufnehmen, und der Zuschauer eine Brille tragen muss, die sie wieder trennt. Er wollte meine Einschätzung hören, was virtuelle Realität angeht, also Princess Leia Organa („Star Wars“) in echt. CNN hatte das schonmal ausprobiert, allerdings mit einer Vielzahl an Kameras, die alle ferngesteuert waren.

Dafür brauchte man einen Schwung von Steuerleitungen hinwärts, eine TV-Übertragung mit dem Ergebnis rückwärts. Wollte man aber eine wirklich dreidimensionale Abbildung verwirklichen, wird es komplizierter: Theoretisch könnte die Steuerung auch die Positionsdaten des Betrachters übermitteln, doch wenn der sich schnell bewegt, wird es kritisch. Und man hätte nur die Perspektive von einer Person. Wenn man die Informationen über wirklich dreidimensionale Objekte oder Personen senden oder speichern wollte, bräuchte man die Daten von Kameras in jeweils einem Winkelgrad zur Seite und nach oben – es soll ja der 3D-Eindruck erhalten bleiben, wenn man aufsteht oder in die Hocke geht. Zudem müsste auch vom Hintergrund eine Aufnahme gemacht werden, denn man schaut ja um einen Gegenstand herum.

Wenn man sich ein Ereignis wie ein Formel-1-Rennen mit zahlreichen, auch mobilen Kameras vorstellt, wird die Problematik klar. Es stellt sich wie oft die Frage, ob die Intelligenz eher auf der Aufnahmeseite und bei der Übertragung verwendet wird, oder ob sie vielleicht besser im Empfangsgerät eingebaut ist. Denn theoretisch wäre es denkbar, dass zu einem Objekt nur die Positionsdaten im dreidimensionalen Raum erfasst und gesendet werden, also zum Beispiel „Alonso fährt mit Tempo XY in Kurve XY“. Das hätte man sich in etwa so vorzustellen wie ein Videospiel, bei dem die Informationen über die Objekte auch erst geladen und dann verändert werden. Der Betrachter kann dann jeden beliebigen Standpunkt einnehmen, auf der Rennstrecke genauso wie als Teilnehmer eines Fußball-Matches.

Aber: Wie muss das Fahrzeug aussehen, wenn Alonso einen Unfall hat? Wie sieht das Gesicht eines Mitspielers aus, der gerade den Ball an eine empfindliche Körperstelle bekommt? In einem solchen, eher unwahrscheinlichen Fall wird die Live-Übertagung doch aufs echte Bild wechseln müssen, die freie Wahl des Blickwinkels und der Perspektive entfällt dann. Aber es wäre machbar, wenn auch in der Optik eines Video-Games, teuren Empfangsgeräten und stattlichen Kosten auf Senderseite sowie mit hoher Verzögerung. Selbst ein Spielfilm wäre vorstellbar.

Dass Jack Buser danach fragte und nicht nach Audio-Technologien, mag Zufall gewesen sein. Aber: Wenig später kam die Information, dass er von Dolby zu Sony Computer Entertainmenr, der Playstation-Sparte, wechselt.

(10. 12. 2013)

4k: Pixel im Sonderangebot

Das ist schon verrückt: Kaum hat man mit UHD (4k-Auflösung) einen Hoffnungsträger, da wird er schon verrissen. Nicht von der Kritik (siehe https://loehneysen.wordpress.com/2013/11/27/46/), sondern von den lieben Herrschaften der anderen Marken. Vorbei die Zeiten, also solche Schirme sündhaft teuer waren, jetzt sind sie sündhaft billig. 550 Euro werden für 39 Zoll verlangt, auch 50 Zoll für 1.400 Euro sind machbar. Das große Geld verdient man so jedenfalls nicht.

Es stellt sich die Frage, warum ein UHD-Schirm eigentlich mehr kostet als einer mit geringerer Auflösung. Dass manchen Kunden offensichtlich bereit sind, für 4k mehr zu zahlen als für einen Schirm mit weniger Pixeln, ist kein Argument; und dass mehr Pixel ihn automatisch besser machen auch nicht, da müsste man erstmal nahe genug sitzen und die hochauflösenden Quellen haben. Ansonsten ist jeder Hersteller frei, den Preis selbst zu kalkulieren.

Da fällt zuerst auf, dass sich hier viele nicht etablierte Marken tummeln, etwa Hisense, Haier oder Blaupunkt, auch Philips und Toshiba sind dabei. Gemeinsam ist ihnen, dass sie allesamt keine LCD-TV-Panels herstellen. Dafür haben sie Zulieferer, etwa AUO, Innolux (früher CMI, noch früher CMO), Samsung Display, LG, auch chinesische Firmen.

Sony gehört ebenfalls dazu. Genau wie die Kollegen von Philips hat man mittlerweile das teure Engagement in der LCD-Fertigung beendet und kauft lieber passend zu.

Was aber ist der Aufpreis für ein UHD-Panel? Richtig ist, dass man die vierfache Anzahl an Bildpunkten erwirbt, aber es wäre ein Irrtum, dafür die Vierfache des Preises anzunehmen. Denn die Schirme werden in einem Durchgang gefertigt, unabhängig von der Anzahl der Schaltungen. Nur dass bei einem UHD-Schirm die Elemente gerade mal ein Viertel der Größe eines Full-HD-Displays haben – und hier gilt das Satz von Bruce Berkoff, damals LG.Philips-LCD, dass ein hochauflösender LCD „praktisch ohne Mehrkosten zu fertigen“ sei. Bei Plasma wäre es „ein Bruchteil davon“, so sein Scherz im nächsten Satz. Für OLED-Technik gilt das Gleiche wie für LCD.

In der Tat ist es ja fast egal, ob 1.080 oder 2.160 Transistoren pro Reihe erzeugt werden – der Materialverbrauch und die notwendige Zeit bleiben nahezu gleich. Auch die vertikalen Streifen sind allenfalls etwas schmäler als bisher, wobei sich das auch in engen Grenzen hält: Ein 55-Zöller in 4k hat in etwa die Pixelgröße eines Full-HD-Schirms mit 27 Zoll.

Erleichternd, was den Preis angeht, fällt der Teilungsvorgang der Glasscheiben weg, es ist auch nur ein Kontrollvorgang nötig – auch wenn die Pixel etwas zahlreicher sind und deswegen eher zum Versagen tendieren. Dafür wird dann daraus nur ein Endgerät, mit nur einem Gehäuse, einer Hintergrundbeleuchtung, einem Anschussfeld und einer Elektronik, die aber bei UHD leistungsfähiger sein muss als bei Full-HD. Die entsprechenden Bauteile sind im Angebot einiger Zulieferer, wenn auch aufgrund der geringeren Stückzahlen etwas teurer als bei Full-HD.

Jedenfalls ist kein Wunder im Spiel, wenn ein UHD-Fernseher nur wenig mehr kostet als ein normaler. Vielmehr ist es so, dass sich die Geräte dem Niveau einer Marke anpassen. Nur Gründe für einen Ausreißer nach oben gibt es nicht – egal, ob das Panel selbst gebaut wird (Samsung, LG, Panasonic) oder nicht.

Aber natürlich will sich kein Hersteller einen Flop erlauben, sind die UHD-Schirme doch in der Modellpalette ziemlich weit oben angesiedelt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch wirklich gut sind. Viele Pixel alleine machen noch keine perfekten Farben, helfen nicht beim Kontrast oder bei der Bewegungsdarstellung. Also kann ein UHD-Modell auch ziemlich schlecht sein. Nur teuer muss es nicht sein.

(6. 12. 2013)